Archäologische Funde lassen vermuten, dass schon vor unserer Zeitrechnung bewegte Figuren zu religiösen und zeremoniellen Feiern genutzt wurden.

Eine tatsächliche Theaterform mit dramatischer Handlung entwickelte sich wohl erst später. Anfangs noch ausgehend von der Darstellung religiöser Begebenheiten, verloren die Figuren mit schwindender geistlicher Funktion auch immer mehr an Bedeutung. Daher sind die Quellen relativ rar.

Als Ursprungsraum für das Handpuppentheater wird Persien angenommen. Gliederpuppen (Marionetten) sind bereits im antiken Griechenland bekannt. Aristoteles beschreibt eine Figur, die den Kopf drehen, den Nacken, die Glieder und sogar die Augen bewegen konnte. Platon verwendet in seinen Schriften das Bild von der an Fäden gezogenen Puppe als Symbol für menschliche Abhängigkeit. Im 6. Jahrhundert bezieht sich der Bischof von Alexandria auf kleine hölzerne Abbildungen, die auf Hochzeiten gezeigt werden und durch irgendeine Art Fernbedienung tanzen können. In China lässt sich das Puppentheater zuverlässig erst ab der Tang-Dynastie nachweisen, doch sollte es dort erhebliche Verbreitung erfahren. Im asiatischen Raum entwickelt sich auch das Schattentheater, welches sich zum Teil auch heute noch den überlieferten mythischen Stoffen widmet.

DDR

In der DDR war das Puppentheater eine der sieben Sparten der Bildenden Kunst und hatte in fast allen Bezirken (u.a. Schwerin, Gera, Erfurt, Dresden, Berlin, Magdeburg ) eine feste staatliche Spielstätte mit meist umfangreichem Ensemble und Werkstatt. Entsprechend umfassend war die Ausbildung zum Puppenspieler an der Hochschule für Schauspielkunst 'Ernst Busch' Berlin, sogar Fechten stand auf dem Lehrplan.

Auch in Westdeutschland gab und gibt es feste Ensembletheater (u.a. Lübeck, Düsseldorf, München, Schwäbisch Hall, Augsburg, zwei in Köln), welche aber von jeher privat wirtschaften und um Subventionen oder Sponsoren kämpfen (mit Ausnahme z.B. des dem Lokalkolorit verpflichteten städtischen Mundarttheaters Hänneschen-Theater (Puppenspiele der Stadt Köln)). Aus diesem Grund stellte sich das Puppentheater in Westdeutschland meist als reisende Solobühne oder Spieler-Duo (Mann-Frau) dar. Bei den Spielern handelte es sich oft um Autodidakten, die für ihre Weiterbildung selbstverantwortlich Seminare besuchen oder bei einer bestehenden Bühne hospitieren mussten.

Erst 1977 wurde vom Verband deutsche Puppentheater eine Ausbildungskommission gegründet, welche 1983 erreichte, dass an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart der Studiengang 'Figurentheater' eingerichtet wurde, die erste Ausbildungsstätte für Figurentheater in West-Europa.

Puppentheater links

Puppentheater Museum Berlin
Puppentheater Magdeburg
Puppentheater Helmholtzstraße
Puppentheater Sterntaler

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