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Playmobil zu verkaufen eBay Deutschland

1974 wurde Playmobil vor dem ökonomischen Hintergrund der Ölkrise auf den Markt gebracht. An dem System-Spielzeug Playmobil hatte Hans Beck zwar seit 1971 als einziger Entwickler gearbeitet, doch erst als die steigenden Ölpreise den Kunststoffpreis verzehnfachten, wagte Horst Brandstätter die Markteinführung, denn jetzt wurden die damals von Geobra produzierten Großkunststoffartikel (Deckenverkleidungen, Kindermöbel etc.) völlig unrentabel; für die kleinen Figuren hingegen wurde wesentlich weniger des teuren Rohstoffs gebraucht.

Playmobil logo

Die Firma geobra Brandstätter stellte das neuentwickelte Spielzeug erstmals auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1974 vor. Den ersten Themen Baustelle, Wilder Westen und Ritterzeit folgten über 20 verschiedene Themen mit umfangreichem Zubehör. 1976 kamen weibliche Figuren dazu, Kinder- und Babyfiguren wurden erstmals 1981 bzw. 1983 verkauft. Die Figuren wurden im Laufe der Jahre nur leicht modifiziert -so kamen bewegliche Hände und verschiedene 'Haartrachten' hinzu-, blieben aber immer an den ursprünglichen, in ihrer Reduziertheit unverkennbaren Formen ausgerichtet.

Nur wenige Jahre nach der Markteinführung von Playmobil wurde die Firma Geobra Brandstätter der umsatzstärkste deutsche Spielwarenhersteller und rangiert seitdem an der Spitze. Geobra hat einen Jahresumsatz von 361 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2005 (Vorjahr 359 Mio. Euro) und weltweit 2.591 Mitarbeiter (davon 1.439 in Deutschland) in vier Fertigungsstätten. Das Sortiment besteht aus etwa 250 verschiedenen Artikeln. Eine Einzelfigur kostet etwa zwei Euro.

1975 brachte die Firma BIG das Konkurrenzprodukt Playbig heraus. Nach einem durch die Markteinführung verursachten, jahrelangen Rechtsstreit konnte sich Playmobil letztendlich durchsetzen; BIG -auch bekannt durch ihr Bobbycar -stellte die Produktion von PlayBIG 1979 ein.

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Zirndorf auch einen eigenen Playmobil-Freizeitpark, der Playmobil FunPark. Inzwischen wurden weitere Playmobil FunParks in Paris, auf Malta, in Athen und in Palm Beach eröffnet.

2004 feierten die Playmobil-Figuren ihren 30. Geburtstag. Im historischen Museum der Pfalz (Speyer) waren nicht nur viele Figuren, sondern auch deren oft ungewöhnliche Verwendungen von Sammlern und Künstlern zu besichtigen.

Von März bis Juni 2006 wurde im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim eine Playmobil-Ausstellung gezeigt.

Im Juli 2006 stellte Playmobil erstmals in der Unternehmensgeschichte eine Figur vor, die ein historisches Wahrzeichen einer Stadt porträtiert. Anlässlich der 29. Ausstellung des Europarates Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation in Magdeburg veröffentlichte Playmobil eine eigene Version des Magdeburger Reiters, eines steinernen Standbildes aus der Zeit der Staufer.

Etwa 60% des Umsatzes werden im Ausland erzielt. Es gibt Playmobil-Vertriebsstätten in vielen Ländern Europas und in den USA, Kanada und Mexiko.

Hans Beck, 'Vater von Playmobil'

Hans Beck wuchs in Zirndorf in Mittelfranken als Sohn eines selbstständigen Kaufmanns auf und begann schon in seiner Jugend damit, für seine jüngeren Geschwister kleine Fahrzeuge und Figuren zu basteln. Er machte eine Lehre als Tischler, arbeitete aber parallel an Modellflugzeugen für die Firma Geobra Brandstätter in Zirndorf. Horst Brandstätter, der Besitzer der Firma, gab ihm 1958 den Auftrag, als 'Mustermacher' Spielzeugfiguren für Kinder zu entwickeln.

Beck war seit 1971/72 Entwicklungsleiter bei Geobra. Er verbrachte drei Jahre mit der Entwicklung von Playmobil. Das Spielzeug sollte beweglich sein (im Gegensatz zu z.B. Zinnsoldaten), nicht zu kompliziert, in die Hand eines durchschnittlichen Kindes passen und das Gesicht sollte demjenigen einer Kinderzeichnung ähneln (großer Kopf, Lächeln, keine Nase). Horst Brandstätter war nicht sofort von der Machbarkeit von Becks Idee überzeugt, aber er gestattete ihm, das Produkt zu entwickeln.

Die Ölkrise 1973 machte Playmobil erst möglich. Der steigende Ölpreis zwang Geobra Brandstätter, die Produktpalette zu überdenken und Waren zu produzieren, die weniger Kunststoff verbrauchten als die bis dahin produzierten Hula-Hoop-Reifen und großen Plastikspielwaren.

Die Firma beauftragte Beck, eine komplette Serie zu entwickeln. Ein System von anpassungsfähigem Spielzeug mit austauschbaren Teilen eröffnete unbegrenzte Möglichkeiten für Kombinationen und Erweiterungen. 1974 wurde Playmobil auf der Nürnberger Spielwarenmesse gezeigt, der weltweite Verkauf begann 1975. Die ersten Playmobilthemen waren Indianer, Bauarbeiter und Ritter. Becks Ankündigung, Jumbojets, Außerirdische und Dinosaurier würden niemals Playmobilthemen werden, erfüllte sich nicht, auch diese gibt es inzwischen. Sein Motto lautete 'kein Horror, keine Gewalt, keine kurzfristigen Trends'.

Beck ging 1998 in den Ruhestand, kurz vor dem 25. Jahrestag seiner Erfindung, und lebte zuletzt in Markdorf am Bodensee. Auf der Expo 2000 in Hannover war Beck einer jener 100 Deutschen, die mit einer Statue im deutschen Pavillon geehrt wurden. Bis zu seinem Tod wurden rund 1,5 Milliarden Playmobil-Figuren hergestellt.

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