Meccano und Frank Hornby gelten als Erfinder der sogenannten Stabilbaukastens oder auch Metallbaukastens. Im Unterschied zu früher üblichen Stein-und Steinzeug-Bauteilen enthalten diese in Metall fabrizierte, zumeist per Stanzen hergestellte Blechteile, aus denen sich Kinder nahezu beliebige Gegenstände durch Zusammenschrauben haltbar und belastbar erbauen konnten. Generationen vor allem von späteren Ingenieuren werden sich an ihre frühkindliche Sozialisation im Elternhaus mithilfe von Metallbaukästen' erinnern -diese Baukästen vermittelten Kindern allererste Kenntnisse in der Montagetechnik mittels Schrauben und Muttern.

Verschiedene Packungsgrößen zu unterschiedlichen Preisen ermöglichten ein mit dem Alter wachsendes, kindgerechtes Erlernen technischen Verständnisses und technischer praktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. Seit 1912 war auf dem europäischen Kontinent das Göppinger Unternehmen Märklin Vertreter für Meccano und auch Zulieferer: Märklin baute für Meccano u.v.a. auch Federaufzug-Motoren. Als in den Kriegswirren der Vertrieb englischer Spielwaren in Deutschland nicht mehr möglich war, produzierte Märklin die Meccano-Komponenten in eigenem Namen weiter, bei geänderter Farbgebung: aus dem Meccano-Schwarz wurde später das Märklin-Grün.

Typisches Bauteil sowohl der Meccano-als auch der Märklin-Metallbaukästen ist ein mittig gelochter Blechstreifen von ca. 20 mm Breite mit halbkreisförmig abgerundeten Enden -zur Meidung verletzungsgefährdender Ecken. Diesen Metallstreifen gibt es -bei immer gleichbleibendem Lochraster von 12,7 mm, einem halben Zoll -in den unterschiedlichsten Lochzahlen und Längen.

meccanoAuch wenn heutzutage die bekannten Hersteller allesamt die Produktion ihrer Metallbaukästen einstellten, so gibt es weiterhin kleine Unternehmen, die industriell diese Komponenten weiter fertigen und den Liebhabern der Metallbaukästen weiterhin verfügbar machen.

Im Jahr 1912 wurde Märklin der Vertreter von Meccano für das europäische Festland, in Frankreich beispielsweise durch die Tochtergesellschaft 'Maerklin Freres et Cie'. Zwischen 1911 und 1913 produzierte Märklin 60 000 Uhrwerk-Motoren für Meccano, was auf ein gute Beziehung der beiden Unternehmen hinweist. Außerdem versuchte der Meccano-Firmengründer Hornby mit Märklin in den mittel-und osteuropäischen Ländern zusammenzuarbeiten. Im Jahr 1912 gründete Meccano in Berlin eine eigene Vertriebsgesellschaft unter dem Namen 'Meccano-Gesellschaft m.b.H.'. In Göppingen wurden Teile für Meccano produziert. Diese trugen die Stempel beider Unternehmen, den Meccano-Schriftzug und das Märklin-Wappen. Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurden in Deutschland alle Marken, Patente und anderen Rechte der 'Feindmächte' beschlagnahmt und an das Deutsche Reich übertragen. Am 15. August 1917 erwarb Märklin die Rechte von Meccano in Deutschland. Während der Kriegsjahre wurden nur noch Lagerbestände abverkauft, die Göppinger Produktion war auf 'kriegswichtige' Güter umgestellt.

Meccano robot 1939

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