Die Kindler & Briel GmbH (Kibri) ist einer der ältesten Hersteller von Spielwaren aus Württemberg.

Die Firma wurde 1895 in Böblingen unter dem damaligen Namen Kindler und Briel gegründet und stellte ursprünglich nur Metallspielzeug her. Andere Materialien stammten in der Regel von Zulieferern. Produziert wurden zahlreiche Spielwaren, vornehmlich aus Blech, unter anderem für Puppenstuben und Kaufmannsläden sowie Zubehör für Modelleisenbahnen.

Bei Sammlern alter Modelleisenbahnen besonders geschätzt sind die zwar relativ einfach aus Blech konstruierten, aber durch geschickte Formen- und Farbwahl sehr wirkungsvollen Bahnhöfe, Stellwerke, Bahnübergänge und andere Zubehöre für die Modellbahnen der Spuren 1, 0 und 00 der Jahre 1930 bis 1940 und 1949 bis 1955. Neben den Blecherzeugnissen gab es auch ein Brücken- und Rampen-Bausystem aus Holz sowie kleine Tunnel mit bemalten Holzportalen, einer Papphülle und einem Auftrag aus einem Gips-Leim-Gemisch (in den Kibri-Katalogen seinerzeit als Plastik bezeichnet).

Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte Kibri bereits ab 1948/49 weiter. Es existieren Kibri-Gebäude, die offensichtlich kurz nach dem Krieg aus Dosenblech produziert wurden und die charakteristische Dosendeckelprägung aufweisen. Die Nachkriegsgebäude waren zunächst mit dem Stempel 'Kibri - made in US-Zone Germany' gemarkt. Ab ca. 1952 wurde der Stempel 'Kibri - made in West Germany' verwendet. Es ist auffällig, dass viele alte Gebäude aus dieser Zeit heute über online-Auktionen in den USA gefunden werden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die hier stationierten amerikanischen Soldaten Kibri-Produkte kauften und bei der Heimkehr in die USA mitnahmen. In den Jahren 1954 und 1955 gab es Kibri-Kataloge in englischer Sprache bzw. sogar mit Preisangaben in US-Dollar.

Kibri baute die Blech-Gebäude und Holz-Tunnel vor dem Krieg mit kleinen Abweichungen insbesondere in der Farbgebung auch für das Trix Express-Sortiment sowie nach dem Krieg für das Fleischmann Spur 0-Sortiment. Es soll auch eine Zusammenarbeit mit der Firma Märklin gegeben haben, wobei sich diese Stücke durch aufwändigere Fertigung von den üblichen Produkten unterschieden.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurde die Metallbearbeitung langsam durch die Kunststoff-Spritzgusstechnik ersetzt. Wie bei den anderen Herstellern wurde Polystyrol verwendet. Kibri wurde neben Faller zu einem der bedeutendsten Hersteller von Modellbahnzubehör.

1973 stoppte ein Brandanschlag auf die Böblinger Fabrik die Produktion, doch 1975 wurde hier wieder ein Neubau errichtet. Im Dezember 2007 wurde der Sitz des Unternehmens an den Standort Schopfloch im Schwarzwald im Landkreis Freudenstadt verlegt, wo sich seither schon eine Produktionsstätte befand. Damit war nach 112 Jahren die Ära von Kibri in Böblingen zu Ende gegangen.

Das Kibri-Firmenarchiv ist bei dem Großbrand des Stammwerkes 1973 zerstört worden. Daher ist man heute auf alte Kataloge und Sammlungen angewiesen, um die Geschichte der Firma Kibri nachzuzeichnen. Zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1995 hat Kibri eine Festschrift herausgegeben, die einen Überblick vermittelt. Außerdem hat Kibri einen Nachdruck des Kataloges 1937 fertigen lassen, in dem das gesamte Sortiment abgebildet ist.

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