Gegründet als Spielwarengroßhandel begannen die Brüder Ignanz und Adolf Bing 1879 mit einer eigenen Spielwarenproduktion in Nürnberg. Mit mehr als 4000 Beschäftigten war die Firma der weltgrößte Spielwarenhersteler.

Aus einem 1895 herausgegebenen Spielwarenkatalog (412 Seiten, ca. 3000 Abbildungen) ist ersichtlich, daß Bing trotz eigener Fabrikation auch umfangreiche geschäftliche Beziehungen zu anderen Nürnberger Spielwarenherstellern unterhielt und unter eigenem Namen verkaufte. Dampfmaschinen von Schoenner und Carette, Betriebsmodelle von Bub und Kraus, Mohr & Co sind dort zu finden. Daneben entwickelte sich ein unverkennbarer eigener Stil, der das Dampfspielzeug und das Eisbahnprogramm unverwechselbar macht.

Die gewaltige Expansion der Firma führte zu zahlreichen Zweigbetrieben und Verkaufsbüros im gesamten Deutschen Reich. Ebenso entstanden Verkaufsniederlassungen in den wichtigsten Metropolen der Welt. Bing hatte die überragende Bedeutung technischen Spielzeugs als Exportartikel erkannt und bis zu 80% der Produktion wurde ins Ausland geliefert.

Der Erste Weltkrieg führte dazu, daß die Spielzeugproduktion 1917 zugunsten der Rüstungsproduktion vorrübergehend aufgegeben wurde. Ab 1920 nahm das Unternehmen auf der Suche nach mehreren "Standbeinen" immer mehr die Gestalt eines vielfältigen verschachtelten Konzerns an und so führte die Intranzparenz und weltweite Wirtschaftsrezession 1929/1930 zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens. Auch das unglaublich große Warenangebot war ein Grund für den Niedergang. Der Produktionsbereich "Blechspielwaren" wurde ausgegliedert und 1932 verkauft. Warenbestände und zum Teil auch Werkzeuge und Maschinen wurden von J.F. Falk, und K. Bub übernommen. Einige Tochterunternehmen und Produktionsfilialen überlebten im Zuge des Vergleichsverfahrens, u.a. die Firma Bauer, deren Nachfolgunternehmen noch heute in Nürnberg-Zirndorf besteht, sowie die Bing-Vergaser-Werke. Es gab wohl kaum ein Spielzeug, das Bing nicht herstellte oder vertrieb. Dampfmaschinen, Heißluftmotoren und Betriebsmodelle waren in einer sehr breiten Typen-Palette angeboten, von einfach, aber trotzdem solide, bis höchster Qualität.

Quelle: Dampfmaschinen.org.

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